Unsere Weihnachtsfeier vom 8.12.2002

"Schnappschüsse..." 
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Eine Weihnachtsgeschichte zum Schmunzeln:
Die etwas andere Vereinschronik des TTC Friesenheim

 Es begab sich zu einer Zeit der trostlosen Traurigkeit, dass ein Verein namens SC FRIESENHEIM, welcher mit vielen Abteilungen versuchte, ein wenig Spiel und Spaß in die Nachkriegszeit zu bringen, Sport trieb.
Darunter war auch die Tischtennisabteilung, die mit ihren paar Mitgliedern vergebens versuchte, erfolgreich die Keule zu schwingen.
Der südbadische Tischtennisverband schaute sich das einige Jahre an und verabschiedete ein gnadenloses Gesetz, welches besagte, dass erfolglose Vereine zugrunde gerichtet werden müssen.
Da sagten sich die Mitglieder der Tischtennisabteilung:
„Verlassen wir doch das sinkende Schiff und gründen einen eigenen, selbständigen Verein! Aber wie nennen wir uns?“
Zum Glück hatten sie einen allwissenden Hohepriester, der eine gigantische Antwort aus dem Ärmel schüttelte:
„Ha, wir spielen doch Tischtennis. Ein Club sind wir auch und in Friesenheim wollen wir weiterhin spielen. Also warum nicht...........TTC Friesenheim.“
Bevor die Meute die blödsinnigste aller Fragen stellen konnte, entgegnete der Weise:
„TTC steht für Tischtennis-Club, Ihr Pfeifen!“
Ein Ungläubiger trat plötzlich aus der Mitte der Mitgliedern und sprach entsetzt:
„Wer bist Du, dass Du hier so große Töne spuckst?“
Der Allwissende stellte sich auf einen Potest und schrie:
„Ich bin der Gewerbeschullehrer Günter Lauer, Ihr dürft mich jedoch SINUS nennen!“
Von dort an war Sinus der stille Berater der Könige, eh, ich meine natürlich der zahlreichen Vorsitzenden.
Nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit, Mitglieder versuchten bereits mehrmals zu meutern, kam der Metzger des Dorfes, ein erbarmungsloser und ehrgeiziger Geschäftsmann, Bubi mit Namen, eines Heiligabends auf eine glorreiche Idee und sprach zu seinem ihm angetrauten Weib Marita:
„Du, jetzt sin des so viel Lit un kriege nix gebacke, obwohl dass de Sinus mitmacht. Hol e mol min Messer: Wolle me mol sehn, ob se mich net wähle!“
Kurze Zeit danach kam es zur entscheidenden Wahl in der Jahreshauptversammlung zu Friesenheim. Siegessicher und bewaffnet ging der Metzger zu seinen zukünftigen Schafen. Er setzte sich absichtlich neben Sinus, um ganz nah am Geschehen dabei zu sein und legte das Messer griffbereit vor sich. Mitten in der Versammlung überkam Sinus wieder einmal eine Fressattacke. Er holte die von seiner liebevollen und fürsorglichen Ehefrau Ursel zubereiteten Apfelsinen heraus, da er sich ja auf Diät gesetzt hatte. Da er kein Schneidemesser mit sich führte, nahm er Bubis Fleischermesser. Kaum fertig mit dem Verzehren seiner 48
Apfelsinen sprang er auf und rief:
„Bubi hat mir das Leben gerettet. Hätte er kein Messer dabei gehabt, wäre ich verhungert. Wenn er mir das Leben retten kann, so vermag er auch das des TTC zu retten! Wählt ihn!“
So geschah es. Zwar hatte sich der Dorfmetzger das anders überlegt, doch der Zweck heiligte die Mittel: Er war am Ziel!
Er ließ den entlasteten Vorstand an Ort und Stelle hinrichten und gab seine zukünftigen Senatoren bekannt:
Als Stellvertreter den tanzenden Bären, mit bürgerlichem Namen Manfred Gänshirt, dessen Spitznamen Boss jedoch schon in aller Munde war.
Als Sportwart und heimlichen Berater den geretteten Sinus, dem der TTC heute und damals viel zu verdanken hat, auch die vielen Gören im Training.
Als dessen Stellvertreter den fortbildenden Familienvater Thilo Nietzschmann.
An Michael Erb, dem Diplom-Jüngling, vergab er den Posten des Jugendwartes.
Schriftführer wurde der Finanzbeamte auf Lebenszeit, Guntram Kuderer mit Namen, der sich spezialisierte auf Redegewandtheit in Wort und Schrift und noch kein Bier in einem falschen Winkel zapfte.
Da in einem Verein auch für das leibliche Wohl gesorgt werden muss und Bubi diesen Freund nicht missen wollte, bekam Siegfried Knaus, genannt Sigger, den Posten des Kulturwartes. Was Bubi dabei nicht beachtete: die Kultur und das leibliche Wohl des Siggers endet stets in dessen Bauch.
Die finanziellen Bilanzen des Vereins übergab er an eine von drei Keller-Schwestern, an Sybille, die sich ihres Nachnamens so überdrüssig war, dass sie heiratete und den Namen Bude ohne Wenn und Aber annahm.
Die zwei verbleibenden Keller-Schwestern, Beate und Daniela, die auf Ihren Namens stolz sind, Susanne Sohn und Harald Dilger kürte er zu Beisitzern.
Die sonstigen Mitglieder waren froh: Nicht dass die Führungskräfte des Vereins so fähig sind, sondern dass sie selbst nicht ernannt wurden und andere den Kopf anstrengen und hinhalten müssen.
Das bekam die Führungscrew jedoch mit und wollte die lästernden Mitglieder mit Servicearbeiten bestrafen, die nicht nur die Füße beanspruchen, wie auf dem Friesenheimer Bürgerfest, sondern auch die Ohren schädigen. Dem Grauen gaben sie einen Namen: die FLOPS. Nicht nur dass sie Titel nachsingen, sie komponieren auch noch selbst.
Doch das nahmen die Mitglieder widererwartend, sogar mit guter Laune hin und machte ihnen so viel Spaß, dass sie entschieden, sämtliche Ersparnisse und Gewinne aus Veranstaltungen in Vereinsfeiern und Festen zu versaufen.
Mit dem übriggebliebenen Rest des Geldes wollte die Vorstandschaft mit der Zeit gehen: sie beauftragten Martin Sterbik eine TTC-Homepage zu kreieren. Dieser Auftrag wurde zwar mit Bravour gemeistert, kostete den Verein jedoch alles.
Bubi rief daraufhin den Krisenrat zusammen und sprach:
„Des kann so net weitergehn! Mir mühe uns hier ab und versuchen Erfolg un Spaß zu trenne, un was mache die Deppe? Was meinsch dü dazu, Sinus?“
Sinus entgegnete ganz ruhig und gelassen: „Wir müssen an den Ursprung unserer Arbeit zurück: dem sportlichen Erfolg!“ Die Vereinsführung dachte nach. Plötzlich sprang Bubi auf und sagte lautstark:
Mir hole uns einfach männliche Verstärkung us em Tal un e Wib us Missene, dappe em Thilo un em Marc in de Arsch, dass e s´Training besser mache solle, un du Sinus, kümmersch dich besser um de Nachwuchs!“
Gesagt, getan. Der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Doch das Feiern nahm kein Ende. Im Gegenteil: es wurde durch den Hobbyalkoholiker aus dem Tal nur noch schlimmer!
Erst kürzlich traf sich die Vorstandschaft zur Aussprache, wobei ihnen auffiel, dass der Verein seit 50 Jahren existierte. Sie schrieben noch schnell Einladungen an die umliegenden Vereine und Ehrengäste, die sogar zahlreich erschienen. Aus dem Nichts trommelten sie einen Alleinunterhalter herbei, ließen Durbacher für sie schuften und erfreuten sich besten Gelingens der Jubiläumsveranstaltung.
Als ob das nicht gereicht hätte, feierten Boss, dessen Frau Irene, Sinus und seine Frau Ursel ebenfalls das 50jährige Bestehen, natürlich wiederum mit Alkohol und gutem Essen.
Bubi fiel in ein depressives Loch: er fühlte sich benutzt, leer, ausgelaugt, am Ende seiner Kräfte und gekränkt.
 Da hat er mit seiner Vorstandschaft, die er dazu berufen hatte, soviel Arbeit und Energie hineingesteckt und jetzt animierten seine eigenen Gefolgsleute zum Feiern und Alkohol trinken? Sollte das sein Fluch sein?
Doch Bubi wäre nicht Bubi, wenn er in solchen Situationen keine Idee hätte, die er wie eh und je seiner Marita offenbarte:
„Ich sag einfach zu de andere, dass ich schu immer nur des Beschte für de Verein wollt: de Zusammehalt! Un am beschte uf de Wihnachtsfier, denn du weisch ja noch, Marita, an Wihnachte hab ich schu immer die beschte Idee kett!“
Die Vorstandschaft und die Vereinsmitglieder nahmen ihm die von Tränen unterstützten weihnachtlichen Worte ab, und feierten ihn und Weihnachten mit Alk, gutem Essen, Musik und Tanz.

Und wer diesen zusammenhaltenden Verein in Zukunft vom Feiern abhalten will, wird gnadenlos der Platte verwiesen!
 

    
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