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Eine
Weihnachtsgeschichte zum Schmunzeln:
Die
etwas andere Vereinschronik des TTC Friesenheim
Es
begab sich zu einer Zeit der trostlosen Traurigkeit, dass ein Verein
namens SC FRIESENHEIM, welcher mit vielen Abteilungen versuchte, ein wenig
Spiel und Spaß in die Nachkriegszeit zu bringen, Sport trieb.
Darunter war auch die Tischtennisabteilung, die mit ihren paar Mitgliedern
vergebens versuchte, erfolgreich die Keule zu schwingen.
Der südbadische Tischtennisverband schaute sich das einige Jahre an und
verabschiedete ein gnadenloses Gesetz, welches besagte, dass erfolglose
Vereine zugrunde gerichtet werden müssen.
Da sagten sich die Mitglieder der Tischtennisabteilung:
„Verlassen
wir doch das sinkende Schiff und gründen einen eigenen, selbständigen
Verein! Aber wie nennen wir uns?“
Zum Glück
hatten sie einen allwissenden Hohepriester, der eine gigantische Antwort
aus dem Ärmel schüttelte:
„Ha, wir spielen doch Tischtennis. Ein Club sind wir auch
und in Friesenheim wollen wir weiterhin spielen. Also warum
nicht...........TTC Friesenheim.“
Bevor
die Meute die blödsinnigste aller Fragen stellen konnte, entgegnete der
Weise:
„TTC
steht für Tischtennis-Club, Ihr Pfeifen!“
Ein
Ungläubiger trat plötzlich aus der Mitte der Mitgliedern und sprach
entsetzt:
„Wer
bist Du, dass Du hier so große Töne spuckst?“
Der
Allwissende stellte sich auf einen Potest und schrie:
„Ich
bin der Gewerbeschullehrer Günter Lauer, Ihr dürft mich jedoch SINUS
nennen!“
Von
dort an war Sinus der stille Berater der Könige, eh, ich meine natürlich
der zahlreichen Vorsitzenden.
Nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit, Mitglieder versuchten bereits
mehrmals zu meutern, kam der Metzger des Dorfes, ein erbarmungsloser und
ehrgeiziger Geschäftsmann, Bubi mit Namen, eines Heiligabends auf eine
glorreiche Idee und sprach zu seinem ihm angetrauten Weib Marita:
„Du,
jetzt sin des so viel Lit un kriege nix gebacke, obwohl dass de Sinus
mitmacht. Hol e mol min Messer: Wolle me mol sehn, ob se mich net wähle!“
Kurze
Zeit danach kam es zur entscheidenden Wahl in der Jahreshauptversammlung
zu Friesenheim. Siegessicher und bewaffnet ging der Metzger zu seinen zukünftigen
Schafen. Er setzte sich absichtlich neben Sinus, um ganz nah am Geschehen
dabei zu sein und legte das Messer griffbereit vor sich. Mitten in der
Versammlung überkam Sinus wieder einmal eine Fressattacke. Er holte die
von seiner liebevollen und fürsorglichen Ehefrau Ursel zubereiteten
Apfelsinen heraus, da er sich ja auf Diät gesetzt hatte. Da er kein
Schneidemesser mit sich führte, nahm er Bubis Fleischermesser. Kaum
fertig mit dem Verzehren seiner 48
Apfelsinen sprang er auf und rief:
„Bubi
hat mir das Leben gerettet. Hätte er kein Messer dabei gehabt, wäre ich
verhungert. Wenn er mir das Leben retten kann, so vermag er auch das des
TTC zu retten! Wählt ihn!“
So
geschah es. Zwar hatte sich der Dorfmetzger das anders überlegt, doch der
Zweck heiligte die Mittel: Er war am Ziel!
Er ließ den entlasteten Vorstand an Ort und Stelle hinrichten und gab
seine zukünftigen Senatoren bekannt:
Als Stellvertreter den tanzenden Bären, mit bürgerlichem Namen Manfred Gänshirt,
dessen Spitznamen Boss jedoch schon in aller Munde war.
Als Sportwart und heimlichen Berater den geretteten Sinus, dem der TTC
heute und damals viel zu verdanken hat, auch die vielen Gören im
Training.
Als dessen Stellvertreter den fortbildenden Familienvater Thilo
Nietzschmann.
An Michael Erb, dem Diplom-Jüngling, vergab er den Posten des
Jugendwartes.
Schriftführer wurde der Finanzbeamte auf Lebenszeit, Guntram Kuderer mit
Namen, der sich spezialisierte auf Redegewandtheit in Wort und Schrift und
noch kein Bier in einem falschen Winkel zapfte.
Da in einem Verein auch für das leibliche Wohl gesorgt werden muss und
Bubi diesen Freund nicht missen wollte, bekam Siegfried Knaus, genannt
Sigger, den Posten des Kulturwartes. Was Bubi dabei nicht beachtete: die
Kultur und das leibliche Wohl des Siggers endet stets in dessen Bauch.
Die finanziellen Bilanzen des Vereins übergab er an eine von drei
Keller-Schwestern, an Sybille, die sich ihres Nachnamens so überdrüssig
war, dass sie heiratete und den Namen Bude ohne Wenn und Aber annahm.
Die zwei verbleibenden Keller-Schwestern, Beate und Daniela, die auf Ihren
Namens stolz sind, Susanne Sohn und Harald Dilger kürte er zu Beisitzern.
Die sonstigen Mitglieder waren froh: Nicht dass die Führungskräfte des
Vereins so fähig sind, sondern dass sie selbst nicht ernannt wurden und
andere den Kopf anstrengen und hinhalten müssen.
Das bekam die Führungscrew jedoch mit und wollte die lästernden
Mitglieder mit Servicearbeiten bestrafen, die nicht nur die Füße
beanspruchen, wie auf dem Friesenheimer Bürgerfest, sondern auch die
Ohren schädigen. Dem Grauen gaben sie einen Namen: die FLOPS. Nicht nur
dass sie Titel nachsingen, sie komponieren auch noch selbst.
Doch das nahmen die Mitglieder widererwartend, sogar mit guter Laune hin
und machte ihnen so viel Spaß, dass sie entschieden, sämtliche
Ersparnisse und Gewinne aus Veranstaltungen in Vereinsfeiern und Festen zu
versaufen.
Mit dem übriggebliebenen Rest des Geldes wollte die Vorstandschaft mit
der Zeit gehen: sie beauftragten Martin Sterbik eine TTC-Homepage zu
kreieren. Dieser Auftrag wurde zwar mit Bravour gemeistert, kostete den
Verein jedoch alles.
Bubi rief daraufhin den Krisenrat zusammen und sprach:
„Des
kann so net weitergehn! Mir mühe uns hier ab und versuchen Erfolg un Spaß
zu trenne, un was mache die Deppe? Was meinsch dü dazu, Sinus?“
Sinus
entgegnete ganz ruhig und gelassen: „Wir müssen
an den Ursprung unserer Arbeit zurück: dem sportlichen Erfolg!“
Die Vereinsführung dachte nach. Plötzlich sprang Bubi auf und
sagte lautstark:
„Mir hole uns einfach männliche Verstärkung
us em Tal un e Wib us Missene, dappe em Thilo un em Marc in de Arsch, dass
e s´Training besser mache solle, un du Sinus, kümmersch dich besser um
de Nachwuchs!“
Gesagt, getan. Der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich
warten. Doch das Feiern nahm kein Ende. Im Gegenteil: es wurde durch den
Hobbyalkoholiker aus dem Tal nur noch schlimmer!
Erst kürzlich traf sich die Vorstandschaft zur Aussprache, wobei ihnen
auffiel, dass der Verein seit 50 Jahren existierte. Sie schrieben noch
schnell Einladungen an die umliegenden Vereine und Ehrengäste, die sogar
zahlreich erschienen. Aus dem Nichts trommelten sie einen
Alleinunterhalter herbei, ließen Durbacher für sie schuften und
erfreuten sich besten Gelingens der Jubiläumsveranstaltung.
Als ob das nicht gereicht hätte, feierten Boss, dessen Frau Irene, Sinus
und seine Frau Ursel ebenfalls das 50jährige Bestehen, natürlich
wiederum mit Alkohol und gutem Essen.
Bubi fiel in ein depressives Loch: er fühlte sich benutzt, leer,
ausgelaugt, am Ende seiner Kräfte und gekränkt.
Da hat er mit seiner Vorstandschaft, die er dazu berufen hatte,
soviel Arbeit und Energie hineingesteckt und jetzt animierten seine
eigenen Gefolgsleute zum Feiern und Alkohol trinken? Sollte das sein Fluch
sein?
Doch Bubi wäre nicht Bubi, wenn er in solchen Situationen keine Idee hätte,
die er wie eh und je seiner Marita offenbarte:
„Ich
sag einfach zu de andere, dass ich schu immer nur des Beschte für de
Verein wollt: de Zusammehalt! Un am beschte uf de Wihnachtsfier, denn du
weisch ja noch, Marita, an Wihnachte hab ich schu immer die beschte Idee
kett!“
Die
Vorstandschaft und die Vereinsmitglieder nahmen ihm die von Tränen
unterstützten weihnachtlichen Worte ab, und feierten ihn und Weihnachten
mit Alk, gutem Essen, Musik und Tanz.
Und
wer diesen zusammenhaltenden Verein in Zukunft vom Feiern abhalten will,
wird gnadenlos der Platte verwiesen!
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